Hausmodernisierungen mit HeldHaus.

Harmonische Einheit statt mehrerer Anbauten.

Mit viel Fingerspitzengefühl wurde eine alte Villa in ein zeitgemäßes Schmuckstück verwandelt. Ökologie, Barrierefreiheit und ein zum Stil des Altbaus passendes Ambiente standen dabei im Vordergrund.

„Durch Weisheit wird ein Haus gebaut und durch Verstand erhalten“, heißt es schon in den biblischen Sprüchen Salomos. Sehr viel Verstand haben der Bauherr und der Bauleiter Roland Held bewiesen, als sie in Donaueschingen eine stattliche Villa restauriert hatten.

Das 1628 erstmals erwähnte Anwesen, das sich seit gut 100 Jahren im Familienbesitz befindet, war im Laufe der Jahre immer wieder um- und angebaut worden: Hier ein Treppchen, dort ein Anbau, da noch ein Seiteneingang. Zu Beginn der Sanierungsarbeiten wurde all dies erst einmal abgetragen. An Stelle der zahlreichen Anbauten kam ein einziger, der jetzt ein knappes Drittel der Grundfläche ausmacht. Das Ganze wurde neuverputzt, das Dach des ehemaligen Haupthauses abgedeckt, das über dem Anbau verschwand ohnehin.

Jetzt bildet ein mit anthrazitfarbenen Biberschwanzziegeln gedecktes Walmdach den harmonischen Abschluss nach oben, insgesamt sieben Satteldachgauben sorgen für ausreichend Licht in dem ausbaufähigen Dachgeschoss, das mit Zellulose gedämmt wurde.

Die Fenster des Neubaus bilden mit denen des Altbaus eine akkurate Sequenz, alles wirkt wie aus einem Guss und kein Mensch, der das Haus zuvor nicht kannte, würde darauf kommen, dass es in nicht schon immer so da stand.

Auch im Inneren harmoniert alles perfekt, in beiden Stockwerken müssen die Hausherren erst darauf hinweisen, ob sich das jeweilige Zimmer im Alt- oder im Neubau befindet. "Wir wollten den Stil des Hauses erhalten", sagt der Besitzer und das ist auf jeden Fall gelungen.

Gleich hinter der Haustürer streckt sich ein großzügiger Eingangsbereich, der durch die geschickte Wahl der glänzenden Keramikfliesen noch größer wirkt als er ohnehin schon ist. Links führt die Treppe in die oberen Stockwerke, rechts erstreckt sich der Flur in den Altbau und führt zur musealen Guten Stube und der Küche, geradeaus geht es neben dem Lift zum Hauswirtschafts-und Technikraum sowie einem Gäste-WC.

In der ersten Etage beherbergt der Neubau vor allem das Badezimmer der Hausherren, sowie das ans Gästezimmer anschließende Gästebad; über dem Eingangsbereich liegt noch ein weiterer Raum, der flexibel genutzt werden kann.

Am Ende des Flures erstreckt sich das Wohnzimmer mit einem separaten Salon, davor liegen vis-à-vis Schlaf- und Gästezimmer. Ob in Alt- oder Neubau: Alle Räume verbindet ein klassischer Einrichtungsstil, der durch sorgsam ausgewählte architektonische Elemente unterstrichen wurde.

Die Treppe mit dem gedrechselten Geländer, die Stuckleisten an den Decken, die glänzenden Fliesen, welche die Anmutung von poliertem Naturstein haben, jedoch erheblich strapazierfähiger sind: diese Details sind es, die das Flair der klassizistischen Villa auch im Neubau des 21.Jahrhunderts widerspiegeln. Dabei wurde auf zeitgemäßen Komfort und ökologisches Wohnen nicht verzichtet: Die alte Gasheizung ist einer hochmodernen Heizanlage gewichen, die wahlweise mit Pellets, Hackschnitzeln, Sonnenenergie oder Strom betrieben werden kann und im Neubau die Fußbodenheizung speist.

Vom Badezimmer der Hausherren aus landen gebrauchte Handtücher per Durchwurfneben der Badewanne gleich im Hauswirtschaftsraum eine Etage darunter. Und als besonderer Clou wurde ein Zentralstaubsauger eingebaut, der auch im Flur des historischen Gebäudeteilseine unauffällige Anschlussdose hat und somit auch in diesem Teil des Hauses für Sauberkeit sorgt.

Das Dach wurde bereits nachneuesten ökologischen Standards isoliert und bietet Ausbaureserve für weitere 200 Quadratmeter Wohnfläche. Alle Stockwerke sind bis unters Dach über einen Lift zu erreichen, der im Bedarfsfall barrierefreies Wohnen ermöglicht, aber auch beim Transport von Möbeln eine große Hilfe ist. 

Keine alltägliche Herausforderung.

Neubau an den zum Teil mehr als 100 Jahre alten Bestand angleichen.

Es war eine schöne Herausforderung, einen Neubau an den zum Teil mehr als 100 Jahre alten Bestand anzugleichen“, sagt der Bauleiter Roland Held, in dessen Ausstellungshaus sich der Bauherr ursprünglich lediglich informieren wollte. Doch die Chemie zwischen beiden stimmte, so dass der Bauherr dem Löffinger Unternehmer die Bauleitung anvertraute. „Er hatte sehr klare Vorstellungen, die wir konstruktiv diskutierten“, erinnert sich Roland Held.

Wichtig war dem Hausbesitzerbeispielsweise die Symmetrie der Fenster. Das Zwischenpodest der Treppe vom ersten Stock in die Mansarde hätte normalerweise bis an die Wand gereicht, jedoch musste das Fenster wegen der Symmetrie genau an dieser Stelle sein. Also wurde das Podest rundeinen halben Meter von der Außenwand abgerückt mit dem schönen Nebeneffekt, dass das Fenster jetzt gleich in zwei Etagen für natürliches Licht sorgt. Am oberen Ende der Treppe wurde dieser Kniff als Motiv noch einmal aufgenommen und fortgeführt, so dass neben dem Eingang zum Dachgeschoss eine kleine Galerie einen gemütlichen Rückzugsort bietet.

Auch im Parterre gab es gravierende Änderungen, um das alte Haus an die heutigen Standards anzugleichen. „Früher ging es fünf Stufen hoch, zwei wiederherunter“, erklärt der Bauherr. Das wurde jetzt alles auf eine Ebene gebracht, auch die in den Fluren auf zwei Meter abgehängte Decke wieder erhöht. 

Konsequenter Stil.

Nach dem Umbau ist das Haus nicht nur architektonisch aus einem Guss, auch an Wänden, Böden und Decken wurde der klassische Stil konsequent eingehalten und durch modere Elemente an verschiedenen Stellen noch unterstrichen. Ob in den Fluren oder im Badezimmer– überall im Neu- und zum Teil auch im Altbau – hat der Bauherr Deckenstrahler einbauen lassen, die ins ganze Haus Licht bringen. „Ich mag es gerne hell“, sagt er.

Die Stufen der Treppe sind ebenso wie deren Handläufe und das Parkett im gesamten ersten Stockwerk aus Eiche, das Holz wurde in Farbton und Maserung passend zum antiken Boden des Altbaus gewählt. Im großen Badezimmer, das mit Whirlpool, Fernseher und Balkon eher den Namen Wellnessbereich verdient, haben sich die Bauherren für einen Mix aus modernen Elementen und Retro-Look entschieden.

Auch die Möbel setzen diesen gezielten Stil-Mix fort: Ein transparenter Plexiglas-Stuhl steht im Bad neben der Kommode im Biedermeier-Stil, aus der nur mit einer Glaswand abgetrennten Dusche mit modernster Wasserspartechnik fällt der Blick auf die rubinrote Wand in Marmorspachteltechnik und mit Vorhängen bekleideten Fenstern. Stuckverzierungen und Kronleuchter – auch im Bad –unterstreichen den Stil. (Text: Stephanie Wetzig, Südkurier Hausblick März 2014)